Martinique
Ein paar Tage verbrachte ich in St. Anne und Le Marin im südlichen Martinique. In Le Marin gibt es einen großen Supermarkt, der einen eigenen Dinghy-Steg hat und sich damit hervorragend zum großzügigen Aufstocken der dezimierten Lebensmittel an Bord eignet. Die Gelegenheit, so einfach und vor allem günstig (verglichen mit dem Rest der Karibik) einzukaufen, werde ich in den nächsten Monaten nicht mehr bekommen. Vor allem mit Weichkäse, Feta und Kaffee bevorratete ich mich in ausreichenden Mengen.

Kurz darauf ging es an die Westküste in die kleine Bucht von Grand Anse d’Arlet. Hier konnte ich endlich mal wieder vernünftig wandern gehen. Über einen kleinen Berg ging es auf Trampelpfaden zunächst in die Nachbarbucht Petit Anse d’Arlet und anschließend an Kuhwiesen vorbei einen steilen Berg hinauf. Ab hier leider nur noch Asphaltstraßen. Glücklicherweise kam ich, als der dicke Regenschauer mich erreichte, gerade an einer Bushaltestelle vorbei, an der ich mich kurz unterstellen konnte. Die Regenschauer sind zwar meist kurz, aber dafür heftig.





Auch konnte ich endlich mal wieder ausgiebig schnorcheln, an der gegenüberliegenden Seite der Bucht liegt ein schönes Riff. Viele Schildkröten, die genüßlich ihr Frühstück zu sich nehmen oder einfach nur majestätisch durchs Wasser schweben. Dazu viele, kleine Fische und sogar zwei kleine Tintenfische.
Zum Sundowner ging es entweder an eine der kleinen Strandbars oder alternativ in den Hängestuhl auf der SANCTUARY.



Einen kurzen Stopp legten wir noch in St. Pierre im Nordwesten von Martinique ein. Im Hintergrund der Vulkan Mount Pelée, der 1902 für den tödlichsten aller Vulkanausbrüche im 20. Jahrhundert sorgte. 29.000 Menschen starben damals in der Lavaflut, für die Menschen in St. Pierre gab es kein Entrinnen.



Auch heute noch rumort die Erde hier manchmal, was Freunde von mir vor zwei Jahren mit Schrecken am eigenen Leib erfahren mussten. Aus dem Nichts türmten sich plötzlich Wellen auf, Boote rissen sich von ihren Ankern los, Dinghys wurden auf den Strand oder die Felsen geschleudert und manch einer musste am Strand übernachten, weil er nicht mehr zu seinem Boot kam. Bei uns blieb es glücklicherweise ruhig.
Von St. Pierre stachen wir früh morgens in See, das Ziel war Guadeloupe. Da diese Strecke allerdings in einem Tag kaum zu machen ist, ankerte ich eine Nacht vor Portsmouth, Dominica und legte die letzten 20 Meilen am folgenden Tag zurück.

Iles des Saintes
Kurz vor Guadeloupe begegnete mir sogar ein Wal, ich war allerdings zu perplex um die Kamera zu zücken. Es sah aus, als wenn dort ein gekentertes Motorboot driftet mit Kiel oben. Erst als ich den Blas sah, realisierte ich, dass dort ein Wal schwimmt. Naja und dann war ich auch schon vorbei an ihm… Der Anker fiel kurze Zeit später im Süden von Guadeloupe vor der kleinen Inselgruppe Iles des Saintes.
Hier verbrachten wir ein paar Tage, ich machte eine schöne Wanderung, wir trafen das ein oder andere bekannte Gesicht wieder und genossen das entspannte Flair der kleinen Insel.







Guadeloupe
Auf der Überfahrt nach Guadeloupe sah ich in der Ferne mehrere Walfluken. Eine Gruppe weiblicher Pottwale lebt das ganze Jahr über in den Gewässern um Guadeloupe und Dominica, während männliche Pottwale und Buckelwale zwischen Dezember und Mai hier anzutreffen sind.


Den Großteil der Stecke nach Deshaies im Norden von Guadeloupe lief der Motor, denn die Insel hat sehr hohe Berge und wirft einen riesigen Windschatten nach Lee. Deshaies ist ein kleiner Fischerort, der besonders bei den Briten durch die TV Serie „Death in Paradise“ bekannt geworden ist. Eine der Haupt-Filmkulissen, die „Honoré Police Station“, ist nur ein paar Meter vom Dinghy Dock entfernt.




Über einen kleinen Hügel gelangt man zu Fuß zu einem langen, karibischen Traumstrand, vor dem ich auch mit GITANA einige Tage vor Anker lag.



Ein paar Tage blieb ich noch vor Anker, während Ben mit der SANCTUARY sich schon mal auf den Weg nach Antigua machte. Die letzten Tage tauchten hier in der Bucht immer wieder drei Delfine auf, die neugierig und verspielt sind und mit denen man schwimmen kann-mein absoluter Traum. Doch leider vergebens. Sie sind erst Tage, nachdem ich weg war, wieder aufgetaucht. So war es dann auch für mich irgendwann Zeit, der französischen Karibik „au revoir“ zu sagen und mich auf den Weg nach Antigua zu machen-denn bald würden dort wieder die Antigua Classics stattfinden und die möchte ich mir nicht entgehen lassen.


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